Rasse

Der Ursprung der Rasse liegt in Tibet. Die Tibeter glauben an die Reinkarnation (Wiedergeburt). Aus diesem Grund wird in seiner Heimat nie ein Tibet Terrier verkauft, sondern nur als Glücksbringer verschenkt. Die Hunde sind in den Klöstern, bei den Herden der Nomaden und bei wohlhabenden Tibetern zu finden. Die Tibeter nennen die Tibet Terrier auch Schneelöwen oder liebevoll „little people“ (kleine Menschen). Sie gehören noch heute zu den ursprünglichen Hunderassen. 1922 operierte die englische Ärztin Dr. Greig eine wohlhabende tibetische Frau in Indien. Dankbar über die gelungene Operation schenkte diese ihr aus dem Wurf ihrer Hündin Lily einen Welpen. 1939 kamen die ersten Tibet Terrier nach Deutschland.

Um in Tibets Hochland die Herden treiben zu können und Halt beim Klettern sowie im Schnee zu haben entwickelten sich bei den Tibet Terriern bewegliche Krallen zum Greifen. Das Klima in Tibet ist besonders rauh und sehr schnell wechselnd. Dementsprechend hat sich auch das Haarkleid der Hunde entwickelt. Es ist so gestaltet, dass es vor Temperaturen von +25°C und -40°C, sowie vor Sonne, Sand- und Schneestürmen schützt. Sie haben ein doppeltes Haarkleid mit dichter feiner Unterwolle und langem Deckhaar.

Tibet Terrier sind ausgezeichnete Familien- und Begleithunde, die schon aufgrund ihrer Körpergröße – Schulterhöhe um die 40 cm – bequem überall hin mitgenommen werden können. Sie sind ursprüngliche, robuste, widerstandsfähige, lustige und intelligente Hunde mit einer hohen Auffassungsgabe. Sie verstehen sich als vollwertige Familienmitglieder und wollen auch als solche angesehen werden. Wenn man sie so akzeptiert, passen sie sich gerne an und man wird viel Freude an ihnen haben.

Aufgrund seiner Intelligenz will der Tibet Terrier gefordert und gefördert werden und seine Erziehung bedarf einiger Kenntnisse. Angefangen mit familiengerechter Prägung, in den ersten Lebenswochen beim Züchter, erhält der Junghund weitere Sozialisierung in seinem neuen Umfeld. Da der Tibet Terrier ein so einzigartiges, einnehmendes, liebevolles und charmantes Wesen hat, kann er uns Menschen manchmal, ohne daß wir es merken, ganz schnell von seinem eigenen Willen überzeugen. Eine liebevolle, konsequente und ruhige Erziehung ist nötig, um dem Tibet Terrier die Vorzüge der menschlichen Entscheidungen beizubringen. Auf Druck oder gar Zwang reagiert der Tibet Terrier nicht, meist wird dies hoheitsvoll ignoriert.

Diese temperamentvolle Hunderasse, die auch eine enorme Sprungkraft hat, benötigt ausreichend Bewegung im Freien. Es kann aber ruhig auch einfach mal das ,,Gassi gehen“ um den Häuserblock sein. Wichtig sind vor allem tägliche Spaziergänge oder viel Freilauf mit anderen Hunden. Wer sportlich ist, hat im Tibet Terrier den idealen Begleiter.

Für Familien mit Kindern ist er diesen, bei richtiger Erziehung, ein lieber Freund und Kamerad. Ebenso werden Tibet Terrier auch als Therapie-Besuchshunde eingesetzt.